Summer School 2022: Die erfolgreiche Summer School des iRTG fand im "NEZ Kollhorst" in Kiel statt (31. Aug. - 02. Sep., 2022)
Summer School 1461: Summer Olympics mit Baron Münchhausen
Text and Photo by Julia Siekman (KiNSIS, CAU Kiel)
Bei den Summer Schools des SFB 1461 können Promovierenden der sieben beteiligten Partnerinstitutionen zusammenkommen, sich über den aktuellen Stand ihrer Arbeiten informieren, Fortbildungen besuchen und persönliche Kontakte vertiefen. Vom 31. August bis 2. September 2022 trafen sich 22 Teilnehmende im Naturerlebniszentrum Kollhorst, Kiel zum wissenschaftlichen und sozialen Austausch, organisiert von den Promovierenden selbst.
Nachdem SFB-Koordinatorin Dr. Sonja Reich einen Überblick über die aktuellen Pläne aus dem IRTG und organisatorische Informationen wie die Möglichkeit eines internationalen Forschungsaufenthalts gegeben hatte, stand eine Runde „Research Karaoke“ auf dem Programm. Bei diesem Vorschlag einer Doktorandin hatte jeder einen typischen Gegenstand aus seinem Forschungsalltag mitgebracht und kam darüber in, teilweise ungewöhnliche, Gespräche miteinander. „Das war ein richtig guter Eisbrecher und wir waren überrascht, was für Unterhaltungen das in Gang gesetzt hat“, sagt Sonja Reich. Doktorand Bakr Al Beattie war extra von der Ruhr Universität Bochum zur Summer School angereist, eine der am SFB beteiligten Partner. „Das ist natürlich ein gutes Stück nach Kiel, aber darum geht es hier ja: ‚collaborative research‘. Im Projekt B1 forscht der Elektrotechniker an neuromorphischen Prozessoren.
Am zweiten Tag gab es am Vormittag einen Workshop zu verschiedenen Formen der wissenschaftlichen Kommunikation. Der Vorschlag dazu kam von Doktorandin Roshani Madurawala, die diese Summer School zusammen mit Rafael Ashkrizzadeh, Folke Rolf und Koordinatorin Sonja Reich organisiert hat. „Mir hat vor allem die positive, lebendige Art der Referentin gefallen. Das war ein richtiger ‚Crashkurs‘ vom Vortrag über die Präsentation eines Posters bis zum Schreiben eines Papers mit aussagekräftigen Grafiken“, sagt die Materialwissenschaftlerin, die im Projekt C2 verschiedene Materialien erforscht, um das Gehirn zu imitieren. „Kompakt auf den Punkt gebracht“, „Genau das richtige am Ende des ersten Doktorjahres“, „Gute Hilfe, um Dinge, die man sich angewöhnt hat, immer wieder zu hinterfragen“– auch bei anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam Roshani Madurawalas Auswahl gut an.
Der Nachmittag war zum „Teambuilding“ reserviert: Bei den „Summer Olympics“ im Kollhorst-Garten erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein sportlicher Wettstreit in Kleingruppen. Herausfordernde Aufgaben wie „Frisbee-Golf“, Federball-Boule, Wassertransport mit Spülschwämmen oder Eiswürfellutschen verlangten Geschick, Ausdauer, ein gutes Auge und nicht zuletzt etwas Humor. Ausgedacht hatte sich den Spiele-Mix Rafael Ashkrizzadeh aus dem Organisationsteam der Summer School. „Wir sind ein ‚bunt zusammengewürfelter Haufen‘ im SFB – da finde ich ein bisschen Spaß und spielerische Konkurrenz untereinander gar nicht so schlecht“, sagt der Wirtschaftsingenieur, der im Projekt B2 an Drucksensoren arbeitet, die das Verhalten der menschlichen Haut nachbilden.
Aufgaben wie die Organisation der Summer Schools in wechselnden Teams gehören zum Programm der IRTG dazu. „Veranstaltungen für die Kolleginnen und Kollegen organisieren – so etwas mache ich ganz gerne. Viele von uns stehen jeden Tag lange im Labor oder programmieren am PC. Hier kommen wir zusammen und raus aus unserer gewohnten Umgebung“, so Rafael Ashkrizzadeh.
Nicht zuletzt hatte das Organisationsteam auch SFB-Sprecher Hermann Kohlstedt für einen Vortrag eingeladen. Dort spannte er einen Bogen von den Lügengeschichten des Baron von Münchhausen bis zum Film “True Lies” und optischen Täuschungen, bei denen das Gehirn falsche Informationen so zusammensetzt, dass sie „aus seiner Sicht“ einen Sinn ergeben. Lügen sei für das Gehirn demnach eine echte kognitive Leistung. Zum Abschluss gab Hermann Kohlstedt den Promovierenden noch einen Tipp mit auf den Weg, wie sie ohne Lügen zum Doktortitel kommen – ganz nach dem Vorbild von Münchhausen: „Wenn ihr im ‚Schlamm‘ der täglichen Arbeit feststeckt: Zieht euch einfach selbst am Schopf wieder raus!“
Den Artikel gibt es auch HIER (mit zusätzlichen Fotos)
